Objekt des Monats
Datierung: vor 1939
Inventar-Nr.: SAB 3389
Diese Pickelhaube aus schwarzem Leder war eine Filmrequisite im Film «The Mad Empress» (1939) vom mexikanischen Regisseur Miguel Contreras Torres (1899-1981). Das Stirnemblem auf der Haube zeigt einen Adler, der auf Kakteen sitzt, mit einer Schlange im Schnabel. Es handelt sich um das Wappen Mexikos im Stil des zweiten Kaiserreichs (1863-1867). Dieses Kaiserreich entstand dadurch, dass Napoleon III. (1808-1873) in Mexiko eine unabhängige Monarchie gründen wollte und Maximilian I. (1832-1867) dort als Kaiser einsetzte. Von dieser Zeit handelt auch der Film «The Mad Empress». Der Titel des Films bezieht sich auf Kaiser Maximilians Frau Carlota bzw. Charlotte von Belgien (1840-1927) und ihren mentalen Zustand, nachdem sie alleine nach Europa reiste und ihren Mann während den Wirren in Mexiko zurücklies.
Die Kaiserin Carlota wurde von der Triesner Schauspielerin, und Frau des Regisseurs, Hermine Kindle de Contreras Torres (1905-2001) gespielt. Sie ist es auch, die diese Pickelhaube im Film trägt. Ursprünglich war ein Federbusch auf der Spitze der Haube befestigt, dieser fehlt leider.
Pickelhauben wurden erstmals 1842 von der preussischen Armee eingesetzt. Normalerweise haben Pickelhauben eine Metallspitze, bei Garden z.B. wurde die Spitze durch Federbüsche ersetzt.
Datierung: 1. Hälfte 20. Jahrhundert
Inventar-Nr.: SAB 306
Ein Aräometer dient dazu die Dichte oder das spezifische Gewicht einer Flüssigkeit zu bestimmen. Der Aräometer aus unserer Sammlung wurde wahrscheinlich zur Bestimmung vom Alkoholgehalt in Flüssigkeiten benutzt, daher wird er auch als Alkoholometer oder Alkoholwaage bezeichnet.
Die kleine Waage besteht aus einem Glasröhrchen mit zwei verschieden grossen Kugeln am unteren Ende. Die untere Kugel ist mit Metallkügelchen, meist aus Blei, gefüllt. In das Röhrchen selbst ist ein Papier mit zwei Skalen eingelassen.
Wie funktioniert aber so eine Waage? Der untere beschwerte Teil des Glasröhrchens wird in eine Flüssigkeit, z.B. Alkohol, eingelassen. Das Röhrchen verdrängt dabei so viel Flüssigkeit, wie sie ihrem Gewicht entspricht. Das heisst, je höher die Dichte der Flüssigkeit, desto weniger tief taucht das Röhrchen ein. Anhand der Skala kann dann der Gehalt abgelesen werden. Bei einigen Waagen konnte man die Skala auch auswechseln, je nach dem welche Flüssigkeit man gerade bestimmen wollte.
Solche Aräometer waren nicht immer genau und dienten zur schnellen Messung. Um genaue Messungen durchführen zu können, musste die Flüssigkeit die richtige Temperatur haben, und für genauere Messungen musste das Röhrchen eine bestimmte Länge haben. Da diese Messgeräte jedoch einfach eingesetzt werden konnten, wurden sie früher von Brauern aber auch Apothekern benutzt.
Datierung: 20. Jahrhundert
Inventar-Nr.: SAB 2153
Marke: A. Egger-Ingold, Herzogenbuchsee (CH)
Leder wird schon seit tausenden von Jahren zu Bekleidung, aber z.B. auch zu Sattel, Riemen und Taschen weiterverarbeitet. Leder kann je nach Härte schwieriger zu bearbeiten sein als gewöhnliche Stoffe, weshalb die Verarbeitung auch länger dauern kann.
Das Nähross, auch Sattlerbank oder Sattlerbock genannt, kommt in vielen Formen. Meistens wird es auf einer Sitzbank montiert, so dass man die Arbeit im Sitzen verrichten kann. Es gibt auch Varianten, die man zwischen die Beine klemmen oder auf Tischen abstellen. Alle Varianten haben gemein, dass sie die Arbeit mit dem Leder erleichtern.
Ein Sattler kann das Leder im Nähross einklemmen und hat somit beide Hände zur Bearbeitung frei. Normalerweise ist zwischen den Klemmen noch ein Gewinde vorhanden, mit welchem man die Klemmen lockern oder fester machen kann.
Das Nähross wird vom 8. Februar bis 8. März 2026 im Rahmen der Ausstellung «Gatherings / Aasammleg» von Martina Morger im Alten Pfarrhof ausgestellt.
Datierung: 1. Hälfte 20. Jahrhundert
Inventar-Nr.: SAB 3451
Marke: Phönix
Eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigung im Winter ist, neben dem Skifahren, das Schlittschuhlaufen. Ob auf einem zugefrorenen See oder auf der Kunsteisbahn, mit Schlittschuhen, kann man sich schnell und relativ sicher auf Eis bewegen.
Früher, als es noch keine Schlittschuhe gab, hat man Eisenkufen an den Schuhen befestigt um sich auf dem Eis bewegen zu können. Die ältesten Kufen aus Metall werden auf ca. 2000 Jahre geschätzt, man benutzte diese Art bis in die 1950er-Jahre.
Die Schlittschuhkufen in unserer Sammlung konnte man vorne in der Breite und hinten in der Länge etwas verändern, so dass man sie an verschiedenen Schuhen befestigen konnte. Dies geschah mit Hilfe der Kurbel. Einige Kufen hatten auch zusätzlich noch Bänder, die man um die Schuhe binden konnte um sie zusätzlich noch zu befestigen.
Unsere Schlittschuhkufen waren für Schuhe mit einer Länge von ca. 28 Zentimeter und einer Breite von 8 bis 10 Zentimeter vorgesehen. Die Kufen sind ausserdem mit «L» und «R» angeschrieben, so dass die Träger*in genau wusste, welche Kufe an welchen Fuss muss.